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Hallo Welt!

Ich wollte schon immer mal eine anonyme Bühne mit der ich mein Leben teilen kann. Vielleicht findet sich ja sogar jemand, den es interessiert. Und mal ehrlich, bloggt heute nicht eigentlich jeder?

 

Alter: 24
 

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
dachte ich Abinote ist nicht wichtig...

Wenn ich mal groß bin...:
trage ich einen weißen Kittel!

Ich wünsche mir...:
einen Studienplatz!

Ich grüße...:
jeden. Grüßen ist wichtig und alle sagen immer die Jugend grüßt nicht mehr...



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Blog

Irgendwo muss man Anfangen und hiermit stelle ich mich einfach mal vor

Irgendwie habe ich den Punkt verpasst, an dem man sich viele Freunde sucht. Oder einen Freundeskreis aufbaut. Meine Freunde sind verteilt. Sicher kein Kreis. Die meisten kennen sich noch nicht einmal untereinander. Sie würden sich auch nicht verstehen. Vielleicht war auch einfach das immer mein Problem: Ich weiß gar nicht in was für einem Kreis ich mich bewegen wollen würde. Ich mag von allem etwas. Sportler, Makeup Tussen, intellektuelle Streber...Humor müssen sie haben und nett müssen sie sein und auf keinen Fall dürfen sie AFD Wählen oder komplett Uninteressiert sein.

Jetzt ist es allerdings so, dass ich meistens alleine bin. Meine Freunde sind nämlich nicht nur untereinander nicht befreundet, sie leben auch in ganz unterschiedlichen Städten. Frankfurt, Würzburg, Tübingen, München, Zürich, ganz im Norden von Deutschland, USA. Und wenn ich jemanden sehen will, muss ich hinfahren. Niemand käme nämlich auf die Idee mich hier, in diesem Kaff auf dem Land zu besuchen.

Ja, ich merke schon, ich versinke hier ein bisschen im Selbstmitleid, aber es ist Samstag, ein wunderschöner August Abend (von denen es in Deutschland bekanntlich ja nicht viele gibt) und meine Arbeitsbekanntschaften haben alle schon was vor – mit ihren Freundeskreisen. Es ist ärgerlich, weil ich Mittzwanziger bin, gut aussehe und auch gar nicht so dumm bin. Ich sollte nicht alleine daheim sitzen und mir überlegen, was für eine Serie ich heute Abend wohl anschauen werde, oder ob es doch lieber der neue Netlix Film wird.

So habe ich mir meine zwanziger sicher nicht vorgestellt.


Mit 16 habe ich mir mal einen Brief geschrieben, in dem ich meinem 18jährigem selbst versicherte, dass ich bestimmt einen Freund habe und vielleicht beliebter bin als ich es mit 16 war. Denn schon mit 16 war mir klar, dass ich gut aussehe und ich war mir sicher, dass ich mit den Jahren weniger schüchtern werden würde, oder zumindest jemand erkennen würde wie klasse ich eigentlich bin.

Heute haben das die Leute vielleicht auch, aber ich habe genug von den Leuten. In der Arbeit mag ich eigentlich jeden. Ich komme super aus mit den anderen Schwestern, den Ärzten und den Patienten. Ich bin gerne in der Arbeit.

Natürlich ist daheim nicht immer alles nur langweilig und trauri. Es gibt Wochen, da komme ich aus den Freizeitaktivitäten gar nicht mehr heraus. Das Problem ist nur, es gibt nur Unterhaltung, wenn ich mich selber darum kümmere. Das mal jemand Pläne für mich macht, ist eigentlich unmöglich. Und dieses ständige Hinterherlaufen geht mir tierisch auf die Nerven. Ich habe genug davon mir ständig Sachen auszudenken und … ja, obwohl ich gerne so tue als wäre ich gerne alleine, ich möchte endlich einmal jemanden haben der mich vergöttert. Der sich nichts schönes vorstellen kann als mit mir zusammen zu sein. Der erkennt wie toll ich bin.

Aber dafür sollte ich mal von meinem hohen Ross absteigen, Sachen unternehmen, mit Leuten reden.

Und ich sollte aufhören diesem einen dämlichen Arzt hinterher zu weinen. Ja, klar, wir haben uns gut verstanden, wir sind irgendwie auf einer Wellenlänge und er hat mich zum Essen eingeladen um mir zu sagen, dass er nicht weiß, wie er mit seinen Gefühlen für mich umgehen soll. Aber er hatte schon damals ein Kind mit einer anderen und jetzt ist er mit eben dieser Frau sogar verheiratet und (weil das erste so nett war) hat inzwischen schon ein zweite Kind mit ihr.

Und ich sollte aufhören zu jammern. Was nicht so leicht ist. Jammern macht, bis zu einem Gewissensmaße, ja auch interessant. Wie in diesem Lied von Annette Louisan „Die Lösung“.

Öffentlich jammere ich natürlich auch nicht darüber, dass ich so einsam bin, dass ich glaube für immer alleine zu sein (das muss sich nur meine Aller Beste Freundin seit 20 Jahren anhören). Nein, öffentlich habe ich ein viel besseres Problem: Ich bekomme einfach keinen verdammten Medizinstudienplatz.


2012 habe ich in Bayern ein 2.0 Abitur gemacht. Klar, ist nicht wirklich super, aber per Definition zumindest „Gut“ und vielleicht erinnert sich jemand, dass Abitur 2012 war auch verdammt schwer (in Bayern). Aber 2.0 bedeutet eben: „Nö, Sie dürfen kein Medizinstudium anfangen, Sie dummes, kleines Mädchen.“

Anfangs dachte ich auch, „ja okay, macht Sinn. Da muss man halt schlau sein. Schau ich doch mal ob mir nicht was anderes gefällt. Hey, wie wäre es mit Interdisciplinary American Studies in Tübingen?“ Dumme Idee. Super interessantes Fach, aber mit 3 Tagen Uni an der Woche, war mein Lernbedürfnis leider nicht gestillt und Medizin ist es halt auch nicht. Nachdem auch die zusätzliche Heimarbeit (Lesen von englischen Bücher, Essays, Zusatzvorlesungen) mich null auslasteten, beschloss ich einfach mit irgendwas im Krankenhaus anzufangen. Krankenpflege Ausbildung bei mir im Ort.

Lustig, aber ich habe an der Schule dort erst mal keinen Platz bekommen, weil mein „Abitur zu gut ist.“ Verrückt, oder? Medizin war ich zu dumm zu, Krankenpflege zu gut?!

Was macht man also? Klar, ein Freiwillig Soziales Jahr. Ein Jahr für wenig Geld im Krankenhaus schuften. Wirklich eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens. Ich habe so viele tolle Leute kennengelernt. Vor allem in meinem kleinen Provinzkrankenhaus. Und nach dem Jahr habe ich dann auch einen Platz an der Krankenpflege Schule bekommen (trotz meiner „guten“ Abiturnote).

Ja, und seit dem heißt es absitzen. Das Krankenhaus und die Arbeit machen mir weiterhin unglaublich viel Spaß. Die Schule? Ja... Lässt zu wünschen übrig. Ich bin halt jetzt doch schon Mittzwanziger und die meisten meiner Klassenkameraden gerade erst 18. Und der Unterricht überfordert mich auch nicht wirklich, aber hey, immerhin bekomme ich Geld und komme meinem Ziel mal ein bisschen Näher.

Der Krankenhaus Alltag ist wirklich unterhaltsam. Wie viel ich mit den Kollegen schon gelacht habe. Klar, diesen Unfug mit dem Arzt hätte ich mir sparen können, aber er ist einfach ziemlich toll und so was muss man eben auch durch machen. Dank meines FSJ kenne ich auch fast jeden in unserem überschaubaren Krankenhaus und bin (fast) immer Up-to-date, was Lästereien angeht.

Wieder daheim einzuziehen war, nach einem Jahr des Erwachsenseins, natürlich schon ein bisschen hart und auch das ständige warten darauf, dass ich endlich studieren darf und auch mal im weißen Kittel durch ein Krankenhaus laufen kann, nervt extrem. Aber an sich, sollte ich einfach weniger jammern, mich zusammenreißen, rausgehen in die Welt und genießen was ich habe.

Darüber zu schreiben hilft mir vielleicht dabei. Vielleicht ließt mein Mainstream Leben ja auch jemand anders und weiß Ratschläge, amüsiert sich oder versteht mich. Wer weiß. Vielleicht wird mir aber auch einfach nur klar wie banal

27.8.16 21:10


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